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| Blue Planet: Die Geschichte der Umwelt im 20. Jahrhundert
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Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des blauen Planeten
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Rezension bezieht sich auf: Blue Planet: Die Geschichte der Umwelt im 20. Jahrhundert (Gebundene Ausgabe) Der Autor von "Blue Planet" ist Geschichtsprofessor an einer UniversitÃt bei Washington. Er ist alles andere als ein (unseriöser) Schwarzmaler, und noch weniger ist er ein hoffnungsloser Optimist. Er zeigt positive Entwicklungen auf, wie die schnelle EinfÃhrung des Katalysators in den Autos, der schnelle Stop der FCKW-Produktion nach Entdeckung des Ozonlochs, und er weist auf katastrophale VerÃnderungen wie Raubbau an WÃldern, Walen, Fischen, Rohstoffen hin. Wenn je einer die Bezeichnung Realist verdient, dann John McNeill. Zwar nennt sich das Buch im Untertitel "Die Geschichte der Umwelt im 20. Jahrhundert", aber das Buch greift weiter. NatÃrlich liegt sein Schwerpunkt auf der Entwicklung der letzten 100 Jahre, aber damit man begreift, auf welche Weise einzigartig dieses Jahrhundert in der Weltgeschichte dasteht, wird die Erd- und Weltgeschichte natÃrlich auch auf angemessene Weise berÃcksichtigt und dargestellt. Wie McNeill an sich trockene Materie lebendig darstellt, daþ man einen Thriller zu lesen vermeint, ist bewundernswert. Der "Trick": er illustriert die dargestellten Tatsachen gekonnt mit charakteristischen anektdotischen Episoden, ohne das Allgemeine darÃber zu vernachlÃssigen. Er nimmt sein Thema ernst und wÃrzt seine AusfÃhrungen dennoch mit einer angemessenen Prise Humor und Ironie. Auf diese Weise wird eine unerhörte FaktenfÃlle genieþbar und tatsÃchlich auch begreifbar.
Es ist ein Buch, das weltbildverÃndernd wirken kann, weil man bemerkt, wie vieles von dem, was man als selbstverstÃndlich hinnimmt, in Wahrheit nur etwas FlÃchtiges, GefÃhrdetes, Metastabiles ist. Zum Beispiel die Tatsache, daþ wir Wasser aus der Leitung trinken können und daþ genug davon da ist; daþ elektrischer Strom und Erdölprodukte so billig sind, daþ wir nicht unter verheerenden Seuchen zu leiden haben, daþ wir genug Fisch, Fleisch und Getreideprodukte zu essen haben, daþ wir uns Autos und KÃhlschrÃnke und all die anderen Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten leisten können usw. All diese Dinge werden in ihrer VergÃnglichkeit und vor allem auch Neuartigkeit (im Vergleich zu frÃheren Zeiten) begreifbar.
Es ist unglaublich, wie sehr die Gattung Mensch auf den Planeten Erde Einfluss genommen hat. Z. B. bewegt der Mensch heute mehr Erde und Gestein durch Landwirtschaft/Bergbau als Gletscher, Winderosion, Bergrutsche, Vulkane, ozeanische Vulkane, Gebirgsbildung usw.) und fast soviel wie die GewÃsser der Erde zu bewegen vermögen. Dinge wie die KlimaverÃnderung oder Ozonabbau (der weitergeht, trotz der UnterdrÃckung der FCKW-Produktion) hingegen stehen noch am Anfang und werden wohl Gegenstand der GeschichtsbÃcher kommender Jahrhunderte sein. McNeill zeigt aber bereits Entwicklungsmöglichkeiten auf und sprengt damit (auf vernÃnftige Weise) den Rahmen eines reinen Geschichtswerks.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 23. November 2003 | | |
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